Mozart – ein Jahr im Tierheim

Mozart –  ein Jahr im Tierheim

Unser „Möhrchen“ ist eigentlich ein Traumhund, wie er im Buche steht…aber leider heute auf den Tag genau schon ein Jahr im Tierheim

Wäre er ein Mensch, würde man ihn zum Klassensprecher wählen. Passanten würden ihn nach dem Weg fragen. Und jede Schwiegermutter würde dahinschmelzen. Er ist so der Typ „Fels in der Brandung“, auf ihn ist Verlass, er geht gelassen durchs Leben und jeder mag ihn…und das weiß er
Immer mit der nötigen Portion Respekt, gesunder Skepsis und einem fragenden Blick zum Pflegefrauchen, ob er auch wirklich alles richtig macht.

Leider möchte ihn trotzdem niemand adoptieren Wobei man das so eigentlich auch nicht sagen kann, ziemlich viele Leute möchten ihn adoptieren. Aber bisher hat es einfach nicht gepasst. Denn so vorbildlich wie Mozart sich heute zeigt, war er leider nicht immer.
Unser „Mister Perfect“ hat eine bewegte Vergangenheit, die leider nicht völlig ignoriert werden kann: Als Kettenhund in der Slowakei von seinem Besitzer übel behandelt, dann von einer Tierschutzorganisation befreit und aufgepäppelt. Kurz darauf die Vermittlung nach Deutschland in eine unerfahrene Familie und dann leider zwei Beissvorfälle, die dafür sorgten, dass Mozart als „gefährlicher Hund“ eingestuft wurde und im Tierheim landete. Kein schöner Lebenslauf für einen eigentlich so tollen Hund…

Dazu muss man sagen, dass es nachvollziehbare Gründe gab, warum er gebissen hat. Aus Hundesicht ein völlig normales Verhalten.
Trotzdem hatte er zu diesem Zeitpunkt einen ziemlich schweren Stempel weg und es dauerte eine Weile, bis er sein Umfeld davon überzeugen konnte, dass er wirklich zu den Guten gehört.

Im November letzten Jahres hat unser Mo dann zum Glück mit wehenden Fahnen seinen Wesenstest bestanden und hat seitdem keinerlei spezielle Auflagen mehr. Ihr glaubt nicht, was wir für eine Party gefeiert haben – endlich ohne Leine und Maulkorb in der Weser planschen. Mozart hat sich so gefreut
Seit einem Jahr überzeugt uns dieser Hund davon, dass er nicht besonders gefährlich oder gesteigert aggressiv ist. Im Gegenteil: Er verhält sich völlig normal und in etlichen, stressigen, aufregenden Situationen bleibt er nett, entspannt und freundlich.
Der Alltag mit ihm ist ein Traum. Mozart ist quasi dauerbrav, bleibt gut alleine, fährt artig im Auto mit, macht nichts kaputt, zieht nicht an der Leine, man kann ihn überall mit hinnehmen, jeder kann ihn kuscheln, er mag alle Menschen, spielt mit anderen Hunden….ok, Katzen klammern wir jetzt mal aus Aber im Zusammenleben mit ihm gibt es eigentlich nichts, was nicht geht.

Das einzige Problem, was sich im Tierheim bislang nicht als problematisch gezeigt hat bei ihm, aber bei den Vorbesitzern ein Knackpunkt war: Sein Schutztrieb. Tatsächlich ist es die Sparvariante eines Schutztriebes, aber Mozart zeigt Besuchern und fremden Menschen schon, dass ihm sein Zuhause wichtig ist. An dieser Stelle benötigt Mozart Anleitung und klare Grenzen. Die er aber sehr gut akzeptiert und dann auch sehr gastfreundlich sein kann.

Trotz all seiner guten Eigenschaften, dürfen wir seine Vorgeschichte nicht ignorieren und es wäre unverantwortlich Mozart in unerfahrene Hände zu vermitteln. Zu groß ist die Gefahr, dass aus Unwissenheit Fehler passieren, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass Mo wieder eingestuft wird.
Wir sind uns aber sicher, dass Mozart bei kompetenten, motivierten Leuten ein toller, unkomplizierter Begleiter sein wird, mit dem man sehr viel Freude haben kann

Also wo sind die Menschen, die das neue Jahr mit unserem hübschen Tierheim-Streber starten wollen?

Bei Interesse am besten einmal vorab telefonisch im Tierheim melden, da Mozart oft bei seiner Betreuerin übernachtet und nicht dauerhaft im Tierheim anzutreffen ist.

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