Cliff

Geschlecht: Rüde (kastriert)
Geboren am: 27.12.2013
Rasse: Russischer Laika
Im Tierheim seit: 29.07.2016

Update Juli 2018

Am Sonntag war für unseren Cliff ein besonderer Tag…aber nicht im besten Sinne, denn Cliff bewohnt seitdem zwei Jahre lang das Tierheim 

Für einen Hund seines Formates definitiv kein guter Platz um glücklich zu sein. Im Gegenteil, Cliff hasst es eingesperrt zu sein, er ist viel lieber in der Natur unterwegs und erlebt Abenteuer in freier Wildbahn. Trotzdem hat Cliff sich mittlerweile gut mit dem Alltag hinter Gittern arrangiert, genießt Kuschelstunden auf dem Sofa mit seinem Betreuer und hat gelernt ein bisschen zu entspannen, auch wenn um ihn herum immer viel Unruhe herrscht.

Cliff gehörte lange Zeit zu den „schwierigen Hunden“ im Tierheim, mit denen keiner so recht Gassi gehen wollte und aus guten Gründen auch nicht sollte. Cliff hat früher des Öfteren aus Frust übersprungsmäßig in menschliche Beine und andere Hunde gebissen, wenn er sein Ziel (meist Wildtiere oder Radfahrer) nicht so „begrüßen“ durfte, wie er das wollte. Unser Cliff ist nämlich ein Jäger durch und durch und fühlt sich sehr berufen lautstark und mit viel Körpereinsatz mitzuteilen, wenn er seiner jagdlichen Ambition nachgehen möchte.

Doch auch da wird Cliff zunehmend besser kontrollierbar, lässt sich umlenken und nimmt alternative Beschäftigungsformen gut an. Es ist noch viel Training nötig, aber wir mussten schon lange keine Pflaster mehr kleben und insgesamt können wir nichtmehr sagen, dass Cliff wirklich schwierig ist. Ok, der heimische Feldhase sieht das wahrscheinlich anders, wenn Cliff ihm Morddrohungen entgegen brüllt und auch der ein oder andere Radfahrer bekäme gewiss Schwierigkeiten, wenn der schwarz-weiße Blitz plötzlich ohne Leine wäre  Aber bei konsequent souveräner Führung sind Spaziergänge mit Cliff weitestgehend entspannt und sein Betreuer hat immer viel Spaß mit ihm.

Wahrscheinlich wird man Cliff draußen niemals ableinen können und auch das Thema Stress wird man bei ihm immer im Auge behalten müssen. Aber wir freuen uns über seine positive Entwicklung und es ist schön zu sehen, dass die kleine “Bodenlenkrakete in Hundeform” auch anders kann – aufmerksam, verspielt, anhänglich und motiviert mit seinem Menschen zusammen zu arbeiten.

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Auf den ersten Blick unverständlich, warum dieser noch recht junge, hübsche, freundliche Hund noch kein passendes Zuhause gefunden hat. Er begrüßt alle Besucher mit bester Laune, schleppt Kuscheltiere ans Gitter und lacht hochmotiviert in die Welt, immer auf der Suche nach einer Aufgabe oder immerhin etwas Aufmerksamkeit. Allerdings steckt hinter diesem Kerlchen mehr als eine ansprechende Optik…denn Cliff ist ein echter Arbeitshund. Er gehört zu der Rasse „Russisch-europäischer Laika“, ein sehr ursprünglicher, robuster Jagdhundschlag, der seit Jahrzehnten darauf gezüchtet wurde selbstständig, mit allen Sinnen und sehr ausdauernd Wildtiere zu jagen.

Ein solcher Hund ist nicht mit einfachen Spaziergängen und einem Sofa zufrieden zu stellen. Leider wurde Cliff bisher nie richtig trainiert und ausgelastet, er jagt zwar wie verrückt, aber dies tut er sehr unkontrolliert und lässt sich dabei nur ungerne vom anderen Ende der Leine stören. Wenn er ein potenzielles Beutetier erblickt (Cliff denkt, er könne vom Kleintier bis zur Kuh alles erbeuten), kennt er keinen Halt mehr, hängt sich in die Leine, bellt und möchte unbedingt jagen gehen. Aus Frust darüber, dass wir ihn natürlich nicht grenzenlos durch die Prärie streifen lassen können, hat er schon mehrfach umgeschnappt. Cliff weiß dann vor lauter Stress nicht wohin mit seiner Energie und bisher konnte ihm keiner so wirklich eine Alternative bieten.
Man muss ganz ehrlich sagen: Draußen kann diese kleine Sportkanone echt anstrengend sein.
Aber in ihm steckt ganz viel Potenzial, er möchte unbedingt lernen und beschäftigt werden und er zeigt regelmäßig Ansätze, dass er trotz seiner Jagdleidenschaft händelbar sein kann, wenn man nur richtig mit ihm umgeht.

Rein mit körperlicher Auslastung wird man so einem Hund nicht gerecht, aber Cliff liebt jede Art von Denksport, beispielweise Futtersuchspiele oder Clickertraining. Wir könnten uns aber auch vorstellen, dass er sich für sportliche Aktivitäten wie Agility, Zughundesport oder Mantrailing eignen würde.
Ob man ihn jemals zur Dämmerungszeit im Wald ableinen kann, ist fraglich und man sollte ihn auch nicht mit den hauseigenen Meerschweinchen ohne Aufsicht lassen. Man kann diesen intensiven Jagdtrieb niemals abstellen oder „wegerziehen“, aber gewiss so umlenken, dass Cliff zu einem umgänglichen Begleiter wird, der sich an seinem Besitzer orientiert und mit dem man viel Spaß haben kann.

Im Tierheim bewohnt Cliff einen Zwinger nah am Gang und er steht immer parat, wenn es etwas Spannendes zu erleben geben könnte. Er ist zu allen Pflegern nett, manchmal etwas grenzenlos, aber immer anhänglich und kuschelbedürftig, er kriecht förmlich in einen hinein, da er von Streicheleinheiten nie genug bekommen kann.. Er neigt dazu sämtliche Geschehnisse zu kommentieren, weshalb seine neuen Besitzer Hundegebell mögen sollten ;-)

Cliff benötigt aktive Leute mit Hundeerfahrung, die konsequent mit ihm trainieren und ihn angemessen auslasten. Er kann alleine bleiben, mag Hündinnen und fährt auch gerne im Auto mit. Kinder, Kleintiere und Katzen sollten in seinem neuen Zuhause nicht leben, auch andere Rüden mag er nicht besonders. Es ist schade, dass dieses clevere Köpfchen im Tierheim verkümmert und sich immer mehr Blödsinn angewöhnt. Die Personen, die regelmäßig mit Cliff große Spaziergänge machen, sind ganz verliebt in ihn und wir hoffen sehr, dass sich bald Leute melden, die bereit sind diesen Rohdiamanten zu schleifen.

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