Mozart

Geschlecht: Rüde
Geboren am: 2014
Rasse: Mischling
Im Tierheim seit: 08.01.2018

  • aktiv und verspielt
  • nett zu allen Menschen
  • ausgeprägter Schutztrieb
  • nur zu hundeerfahrenen Leuten
  • ältere Kinder ok
  • verträglich mit Hunden
  • fährt brav im Auto mit
  • bleibt gut alleine

Unser „Möhrchen“ ist eigentlich ein Traumhund, wie er im Buche steht…aber leider schon über ein Jahr im Tierheim

Wäre er ein Mensch, würde man ihn zum Klassensprecher wählen. Passanten würden ihn nach dem Weg fragen. Und jede Schwiegermutter würde dahinschmelzen. Er ist so der Typ „Fels in der Brandung“, auf ihn ist Verlass, er geht gelassen durchs Leben und jeder mag ihn…und das weiß er
Immer mit der nötigen Portion Respekt, gesunder Skepsis und einem fragenden Blick zum Pflegefrauchen, ob er auch wirklich alles richtig macht.

Leider möchte ihn trotzdem niemand adoptieren Wobei man das so eigentlich auch nicht sagen kann, ziemlich viele Leute möchten ihn adoptieren. Aber bisher hat es einfach nicht gepasst. Denn so vorbildlich wie Mozart sich heute zeigt, war er leider nicht immer.
Unser „Mister Perfect“ hat eine bewegte Vergangenheit, die leider nicht völlig ignoriert werden kann: Als Kettenhund in der Slowakei von seinem Besitzer übel behandelt, dann von einer Tierschutzorganisation befreit und aufgepäppelt. Kurz darauf die Vermittlung nach Deutschland in eine unerfahrene Familie und dann leider zwei Beissvorfälle, die dafür sorgten, dass Mozart als „gefährlicher Hund“ eingestuft wurde und im Tierheim landete. Kein schöner Lebenslauf für einen eigentlich so tollen Hund…

Dazu muss man sagen, dass es nachvollziehbare Gründe gab, warum er gebissen hat. Aus Hundesicht ein völlig normales Verhalten.
Trotzdem hatte er zu diesem Zeitpunkt einen ziemlich schweren Stempel weg und es dauerte eine Weile, bis er sein Umfeld davon überzeugen konnte, dass er wirklich zu den Guten gehört.

Im November letzten Jahres hat unser Mo dann zum Glück mit wehenden Fahnen seinen Wesenstest bestanden und hat seitdem keinerlei spezielle Auflagen mehr. Ihr glaubt nicht, was wir für eine Party gefeiert haben – endlich ohne Leine und Maulkorb in der Weser planschen. Mozart hat sich so gefreut
Seit einem Jahr überzeugt uns dieser Hund davon, dass er nicht besonders gefährlich oder gesteigert aggressiv ist. Im Gegenteil: Er verhält sich völlig normal und in etlichen, stressigen, aufregenden Situationen bleibt er nett, entspannt und freundlich.
Der Alltag mit ihm ist ein Traum. Mozart ist quasi dauerbrav, bleibt gut alleine, fährt artig im Auto mit, macht nichts kaputt, zieht nicht an der Leine, man kann ihn überall mit hinnehmen, jeder kann ihn kuscheln, er mag alle Menschen, spielt mit anderen Hunden….ok, Katzen klammern wir jetzt mal aus Aber im Zusammenleben mit ihm gibt es eigentlich nichts, was nicht geht.

Das einzige Problem, was sich im Tierheim bislang nicht als problematisch gezeigt hat bei ihm, aber bei den Vorbesitzern ein Knackpunkt war: Sein Schutztrieb. Tatsächlich ist es die Sparvariante eines Schutztriebes, aber Mozart zeigt Besuchern und fremden Menschen schon, dass ihm sein Zuhause wichtig ist. An dieser Stelle benötigt Mozart Anleitung und klare Grenzen. Die er aber sehr gut akzeptiert und dann auch sehr gastfreundlich sein kann.

Trotz all seiner guten Eigenschaften, dürfen wir seine Vorgeschichte nicht ignorieren und es wäre unverantwortlich Mozart in unerfahrene Hände zu vermitteln. Zu groß ist die Gefahr, dass aus Unwissenheit Fehler passieren, die im schlimmsten Fall dazu führen, dass Mo wieder eingestuft wird.
Wir sind uns aber sicher, dass Mozart bei kompetenten, motivierten Leuten ein toller, unkomplizierter Begleiter sein wird, mit dem man sehr viel Freude haben kann

Also wo sind die Menschen, die das neue Jahr mit unserem hübschen Tierheim-Streber starten wollen?

Bei Interesse am besten einmal vorab telefonisch im Tierheim melden, da Mozart oft bei seiner Betreuerin übernachtet und nicht dauerhaft im Tierheim anzutreffen ist.

 

Juli 2018:

Unser „Möhrchen“ (der Spitzname ist gewöhnungsbedürftig, aber er freut sich so darüber) macht sich sehr gut und wir sind zuversichtlich, dass er seinen Wesenstest bestehen wird. Mozart unternimmt Ausflüge zu allen erdenklichen Orten: Er war im Zoo, am Bielefelder Obersee, in verschiedenen Innenstädten, am Kemnader See, im Kurpark, auf Hundeveranstaltungen,…sein Training findet überall statt: Am Krankenhaus, in der Eisdiele, auf Supermarktparkplätzen, in Fußgängerzonen,…und natürlich erlebt er Spaziergänge in Feld, Wald und Wiese. Mozart ist ein viel beschäftigter Hund und er liebt es dabei sein zu dürfen J Unterwegs wird Mozart mit den verschiedensten Situationen konfrontiert und wir konnten bisher kein einziges Mal Aggressionen gegenüber Menschen oder anderen Tieren feststellen. Und das, obwohl wir ihn echt herausfordern und ihm in Vorbereitung auf seinen Test viel abverlangen. Meist trabt er entspannt seiner Wege und interessiert sich nicht für den Trubel um ihn herum. Manchmal im Tierheim neigt er unter Stress dazu etwas aufzudrehen und verbellt dann Hunde und manche Menschen am Zaun, lässt sich aber jederzeit beruhigen und begrüßt dann alles und jeden freundlich. Er läuft in verschiedenen Hundegruppen mit, begegnet fremden Hunden stets höflich und es macht einfach Freude sich mit ihm zu beschäftigen.

Natürlich kommt auf seine hoffentlich bald auftauchenden Übernehmer eine gewisse Aufgabe zu, denn damit Mozart so unkompliziert bleibt, ist es wichtig ihn zu beschäftigen und ihn klar zu führen, damit er sich weiterhin am Menschen orientiert und sich auf diesen verlassen kann.

Wo sind denn die Leute, die motiviert sind mit dem hübschen Kerlchen weiterzuarbeiten, etwas Erfahrung besitzen und kein Problem mit vielen weißen Haaren auf ihren Möbeln haben? ;-)

Februar 2018:
Mozart kommt ursprünglich aus Osteuropa und wurde an eine Familie vermittelt, die ihn nach 1,5 Jahren an uns abgegeben hat, da sie mit ihm überfordert waren und nicht die Zeit und Geduld hatten mit ihm zu üben. Er hat in der Vergangenheit dreimal gebissen, zweimal Besucher und einmal das Kind welches in sein Körbchen gekrabbelt ist, was sein Rückzugsort war. Man muss bei einem Tierschutzhund immer beachten, dass diese oftmals nicht gelernt haben in einer Wohnung zu leben, man weiß nicht was sie bisher erlebt haben und wie sie sich im neuen Zuhause entwickeln werden, darum ist es uns auch so wichtig möglichst viel über unsere Hunde zu erfahren und auch über die Interessenten, um dann zu gucken ob beide zueinander passen. Mozart kam aus dem Ausland, kannte seine Familie nicht und stand auf einmal in einem Haus bei fremden Menschen und quirligen Kindern, da ist es kein Wunder, dass er mit der ein oder anderen Situation überfordert war, bzw. irgendwann das Gefühl hatte er müsse bestimmte Aufgaben in der Familie übernehmen, nämlich diese vor Besuchern zu beschützen.

Mozart, liebevoll “Moooo” genannt, zeigt sich im Tierheim absolut freundlich, eher etwas ängstlich und unsicher, beispielsweise wenn er mit etwas Neuem konfrontiert wird, aber sonst sehr aufgeschlossen, unkompliziert, etwas hibbelig und schnell aus der Ruhe zu bringen. Beim Anleinen springt und fiept er, knabbert in die Hände, dreht sich, springt wieder….wir arbeiten daran ;-) Draußen fällt es ihm echt schwer sich zu konzentrieren, er ist sehr aufmerksam was seine Umgebung anbelangt und umso sturer gegenüber dem anderen Ende der Leine. Aber er zieht kaum, geht auch brav mit, insgesamt gut zu handeln, aber draußen seine volle Aufmerksamkeit zu bekommen, um wirklich trainieren zu können, erfordert noch etwas Mühe. Er lernt jedoch recht schnell, wenn er bei der Sache ist. Die Grundkommandos gehen schon, der Maulkorb war auch keine Große Sache, den trägt er sehr brav. Hunden gegenüber ist er interessiert, weitestgehend verträglich, er pöbelt nur zurück, wenn jemand ihn anpöbelt. Und Hündinnen baggert er an, aber lässt sich mit einer verbalen Ermahnung sofort davon abbringen. Er scheint einen Jagdtrieb zu haben, da er auf Bewegungsreize schon recht massiv reagiert, hinter Katzen und Rehen möchte er schon dringend hinterher, ist aber noch gut umzulenken. Wir finden, er ist ein ganz tolles Kerlchen, was bisher einfach nur nicht richtig behandelt und verstanden wurde. Wir können uns vorstellen, dass er, wenn er sich auf eine Person erst einmal eingeschossen hat, diese auch beschützt. Es dauerte keine zwei Tage, da klebte der schon an den Hacken unserer Tierpflegerin Laura und himmelte sie an. Wichtig ist, dass man dieses direkt in die richtigen Bahnen lenkt und ihm das sichere Gefühl gibt, dass der Mensch alles unter Kontrolle hat und es nicht sein Job ist.

Im Alltag ist er superbrav, fährt gut Auto, ist stubenrein, weiß sich einfach zu benehmen. Schreiende Kinder, Fahrräder, sämtliche Menschen, bisher alles kein Problem. Er war auch schon als Besucher bei einem Hundesportturnier, hat sich dort vorbildlich benommen und von vielen Menschen durchkraulen lassen. Laut Vorbesitzer bleibt er auch 8 Stunden und länger alleine, doch dieses sollten maximal 4-5 Stunden am Tag für einen Hund sein. Im Zwinger liegt er abends immer ganz ruhig eingekringelt auf seinem Sessel :-)

Aufgrund der Vorfälle muss Mozart leider einen Wesenstest absolvieren, was wir erst erfahren haben, als er schon bei uns abgegeben wurde. Wahrscheinlich war der Brief vom Amt der entscheidende Grund, weshalb man ihn bei uns abgegeben hat. Darauf bereiten wir ihn nun intensiv vor, gerne auch zusammen mit Interessenten. Wenn er diesen besteht, kann er als ganz normaler Hund ohne Auflagen weiterleben. Ohne Frage, er muss zu hundeerfahrenen Leuten, die ggf. mit ihm den Wesenstest machen, wenn er ihn bis dahin nicht schon im Tierheim bestanden hat.
Da Mozart dazu neigt sich stressen zu lassen, sehen wir ihn eher irgendwo auf dem Land, bei Leuten, die Lust haben ihm noch viel beizubringen, große Runden laufen, gerne mit einem anderen Hund, ohne Kinder…und auf jeden Fall mit der Bereitschaft den Schutztrieb, den er gewiss noch auspacken wird, in richtige Bahnen zu lenken.

 

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